Interview mit Rolf Stahlhofen von "Water is Right"

Rolf Stahlhofen ist Initiator der Organisation „Water is Right“. Die Organisation möchte das Menschenrecht Wasser für alle Menschen auf der Erde durchsetzten und einen Zugang zu Trinkwasser für alle ermöglichen. Sie sammelt Spenden, um in Entwicklungsländern Waterboxes zu installieren. Diese Boxes sind Maschinen, die vorhandenes Wasser filtern und aufbereiten und so den Zugang zu Trinkwasser ermöglichen. Wir haben Rolf Stahlhofen ein paar Fragen gestellt.

1. Was sind die aktuellen Projekte der Organisation?

Wir haben im Moment Projekt in Nairobi, Mombasa, Haiti, Indien und Bangladesch. Wir sind auf der Suche nach langfristigen Projekten. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das bedeutet die Menschen vor Ort auszubilden, ihnen beizubringen selbstständig mit den Waterboxes umzugehen und sie auch reparieren zu können.
Die Projekte werden von unserer Organisation initiiert. Wenn es in einer Gemeinde eine Waterbox gibt, entsteht ein Bewusstsein und andere Gemeinden wollen auch sowas.

2. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese Organisation zu gründen?

Ich bin als Kind in Saudi Arabien und Nigeria aufgewachsen und dort musste man das Wasser immer abkochen oder aus Flaschen trinken. Als wir dann nach Bayern gezogen sind, fand ich es total gut, dass das Wasser plötzlich aus dem Hahn kam. Denn Wasser ist ein Menschenrecht. Die Menschen müssen es sich einfordern und sich auch einfordern, dass es bezahlbar ist. Und der Auslöser war dann die Oder-Neiße-Flut. Danach haben wir ein Benefizkonzert veranstaltet mit zum Beispiel den Fanta Vier, Udo Lindenberg und Otto. Da habe ich festgestellt, dass man mit Musik etwas bewegen kann. Später kam dann eine Anfrage von der UN, ob ich Messenger of Truth werden möchte, denn Musiker erreichen die Leute gut und kommen einfach schneller zum Punkt.

3. Gibt es Sponsoren oder öffentliche Gelder?

Wir arbeiten mit den Spenden, die wir hauptsächlich auf Konzerten sammeln. Dabei hilft uns die Udo-Lindenberg-Stiftung, aber andere öffentliche Gelder bekommen wir nicht.  Andere Künstler, die uns noch unterstützten sind zum Beispiel Gentleman, Max Mutzke und Sascha.

4. Was kann denn jeder einzelne, unabhängig von der Organisation, für das Problem tun?

Das wichtigste ist, dass wir es uns ins Bewusstsein holen. Ein Mensch kann mal ein Jahr ohne Liebe überleben, aber ohne Wasser kann man nur drei Tage überleben. Man kann aufstehen und das Menschenrecht auf Wasser einfordern. Man kann zum Beispiel zu Politikern gehen und fragen, ob sie für die Privatisierung gestimmt haben und dann kann man sie einfach nicht mehr wählen. Oder man kann einen Flomarkt veranstalten und das Geld spenden. Jder kann ein bisschen was beitragen.

Hier kommt ihr zur Facebookseite von Rolf: https://www.facebook.com/stahlhofen?fref=ts

Und hier zur Seite von "Water is Right": https://www.facebook.com/waterisright?fref=ts

Das Interview führten Sarah Schoffers und Sophie Mehner.

Kommentare

Kommentar von dirk |

Die idee ist unbedingt gut! Schade, dass das mit der box am saaleufer nicht geklappt hat ... wasserausgabe an 3 oder 4 h pro tag ist sehr unpraktisch - gut, dass es auch Hähne im ort gab ... aber sonst wäre bestimmt noch mehr geld für das projekt zusammengekommen.

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