Catch-Pop String-Strong

"Wie Sie merken, haben wir ein unverschämtes Selbstbewusstsein, aber wenn man seine Fehler zugibt, darf man sie ja bekanntlich begehen." Mit solchen Sätzen brachte das Duo Catch-Pop String-Strong das Publikum gestern auf der Bühne am Neumarkt in Stimmung. Catch-Pop String-Strong, das sind die serbisch-albanischen Cellisten Rina Kaçinari und die Bratschistin Jelena Popržan aus dem Kosovo. Vor sechs Jahren haben sie sich in Graz kennengelernt. Beide haben klassische Musik studiert. Die Frauen schienen sofort sympathisch und lustig. Der Name Catch-Pop sei die Abkürzung der Nachnamen und auch wenn der Bandname nicht so leicht auszusprechen ist, sei dieser trotzdem noch leichter als ihre ganzen Namen, erzählten sie mit einem Lächeln.

Ihr Programm enthielt viele Eigenkompositionen und Arrangements von Volksliedern aus verschiedenen Balkanstaaten. Dabei haben sie einen unverkennbaren Stil. Sie reizen die Möglichkeiten ihrer klassischen Instrumente so weit wie möglich aus. Mit viel Kraft und Rhythmus streichen sie über die Saiten. Die Instrumente dienen ihnen als Schlagwerk, als Begleitinstrumente zur Stimme oder als solistische Melodieinstrumente. Da hat so ein Bogen nach dem Konzert einige Haare weniger. Sie singen in den unterschiedlichsten Sprachen: auf Albanisch, Serbisch, Ungarisch, Englisch oder Deutsch. Ihre Stimmen spielen mit den Klangfarben, was besonders in Liedern wie der "Seeräuberjenny" aus der Dreigroschenoper oder dem Jodellied zur Geltung kommt, weil es die Lieder interessant und witzig gestaltet. Da machte es einfach Spaß, ihnen zuzuhören.

Auf die Frage, was für einen Eindruck sie vom TFF Festival haben, sagte Rina: "Die Größe und all diese Menschen, das ist schon Wahnsinn". Man sah ihnen die Freude an, hier spielen zu können und mit so vielen Zuschauern hätten sie nicht gerechnet. Sie schienen die Bühne nach zwei Zugaben gar nicht verlassen zu wollen. Wie sie von der Klassik zur Volksmusik gekommen sind? Für Jelena war es ein Stück Nostalgie und Auseinandersetzung mit der Heimat. Aber es entstand auch ein allgemeines Interesse an der Region. „Der Balkan wird oft auf eine Kultur reduziert, dabei gibt es so viele Unterschiede.“ Diese wollte Jelena in der Musik zeigen.

Im Herbst soll die zweite CD erscheinen, erzählten die beiden Frauen. Diesmal allerdings mit fast nur Eigenkompositionen.

Wer sie hier auf dem TFF noch hören möchte: Heute spielen sie um 15.00 in der Stadtkirche.

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