Begeisterung bei der Unfunuo Muheme Group
So viel Begeisterung und Spaß auf der Bühne steckte auch die Zuschauer der Ufunuo Muheme Group heute Abend auf der Konzertbühne sofort an. Die zehn Frauen aus Tansania stammen aus dem kleinen Dorf Majeleko. Sie gehören zum Stamm der Wagogo.
Die Muheme Musik der Ufunuo wurde ursprünglich in den traditionellen Beschneidungszeremonien der Mädchen gesungen und gespielt. Dabei hatte sie verschiedene Zwecke: Sie sollten die Schreie der Mädchen überdecken, sie aber gleichzeitig trösten. Die Mädchen lernten das Repertoire schon sehr früh. Die Texte vermitteln Respekt gegenüber den Eltern und den Traditionen der Wagogo. Die Musik wird aber auch zur Unterhaltung auf den Feiern der Wagogo gespielt. Heute ist die Beschneidung gesetzlich verboten. Die Musik lebt nun in der anglikanischen Kirche und auf Festen in der Region Dodoma weiter.
Diese Entwicklung ließen uns die Frauen nachempfinden. Das erste Stück sangen und spielten sie wie in dem ursprünglichen Ritual. Im zweiten Teil führten sie uns vor, wie die Muheme Musik heute auf Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder politischen Veranstaltungen klingen könnte. Dann erklang noch eine Aufführung, wie sie heute in den Kirchen der Dodoma Region stattfindet. Hier sah man deutliche Unterschiede. Es gab nur eine Vorsängerin und der Chor antwortete. In den Liedern wurden biblische Texte in der Landessprache vertont.
Bei zwei Stücken wurden die Ufunuo Muheme von einem Projektchor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar begleitet. So bekamen wir eine direkten Vergleich der unterschiedlichen Chormusikstile zu sehen. Der Wunsch der Frauen „Wir wollen auf der Reise Freunde finden“ ging damit in Erfüllung. So auch der Text, den der Hintergrundchor sang: „Musik verbindet uns mit euch - gemeinsam singen wir Wege frei“
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